Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall)

Was ist eine Alopecia areata?

AlopeziaEine Alopecia areata, auch kreisrunder Haarausfall genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für einen nichtvernarbenden Haarausfall.

Bei bis zu 60% der Betroffenen tritt die Erkrankung bereits im Kindes- und Jugendalter auf. Dabei kommt es nach einem plötzlich einsetzenden raschen Haarausfall zur Ausbildung von einzelnen scharfbegrenzten haarlosen Herden.

Innerhalb von 6 bis 12 Monaten ist bei 40-70% mit einer spontanen Wiederbehaarung zu rechnen. Jedoch kommt es häufig zu erneuten Haarausfall- Schüben. Besonders bei Kindern sind oft größere Areale befallen. Ist das gesamte Kopfhaar betroffen spricht man von einer Alopecia areata totalis; sind auch Augenbrauen und Wimpern betroffen, spricht man von einer Alopecia areata universalis.

Was ist die Ursache einer Alopecia areata?

Durch eine Entzündungsreaktion im Bereich der Haarwurzeln kommt es zu gestörtem Haarwachstum und letztendlich zum Haarausfall. Der Auslöser dieser Entzündungsreaktion ist trotz weltweiter Forschung weiterhin unbekannt. Man geht davon aus, dass die Alopecia areata auf eine Autoimmunerkrankung basiert, d.h. körpereigene Immunzellen greifen fälschlicherweise Zellen im Bereich der Haarwurzeln an.

Das Auftreten von Alopecia areata kann weder verhindert noch vorgebeugt werden. Man geht von einer gewissen erblichen Veranlagung aus, da bei bis zu 20% der Patienten mindestens ein weiteres Familienmitglied von Alopecia areata betroffen ist.

Wichtig: Eine Alopecia areata ist nicht ansteckend! Spielkameraden brauchen daher keine Angst davor zu haben.

Wie wird die Diagnose gestellt?

In den meisten Fällen kann die Diagnose durch eine sorgfältige Untersuchung der Kopfhaut gestellt werden. Unter einer Vergrößerungslupe finden sich charakteristische Veränderungen an Haaren und Kopfhaut.

Bin ich, ist mein Kind ansonsten gesund?

Ja. Bei einer Alopecia areata sind ausschließlich die Haare betroffen, es treten keine weiteren Begleiterscheinungen auf. Es besteht jedoch ein leicht erhöhtes Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen, Vitiligo oder Diabetes.

Wie kann eine Alopecia areata behandelt werden?

Die Therapien richten sich vorwiegend nach dem Ausmaß des Haarverlustes. Für kleinere Herde kann die Wiederbehaarung durch die äusserliche Anwendung von entzündungshemmenden Cremes oder Lösungen beschleunigt werden. Bei ausgeprägten Arealen (> 30% der Kopfhaut) ist vor allem der individuelle Therapiewunsch und auch das Alter des Kindes entscheidend. Mögliche Massnahmen sind unter anderem eine Kortisonpulstherapie, eine Kontaktsensibilisierung mit DCP (Diphencypron) oder auch ein Abwarten des Spontanverlaufs. Eine ursächliche Therapie, und damit Heilung der Alopecia areata ist leider bisher nicht möglich.

Die uns zur Verfügung stehenden Therapien können bei einigen Patienten eine deutliche Verbesserung des Befundes bewirken. Diese scheinen jedoch den Langzeitverlauf und somit die Prognose nicht zu beeinflussen.

Wie ist die Prognose einer Alopecia areata?

Der Verlauf der Alopecia areata ist unvorhersehbar, es gibt nicht den „typischen Verlauf“. Je ausgeprägter und je länger der Haarverlust besteht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines kompletten Nachwachsens der Haare. Dennoch sollte man die Hoffnung nie verlieren, da es bei der Alopecia areata nicht zur Zerstörung der Haarwurzeln kommt. Somit besteht immer eine Chance eines erneuten Haarwuchses.

Wie geht man mit dem veränderten Aussehen um?

Eine Alopezia areata kann Betroffene vor deutlichen psychosozialen Herausforderungen stellen. So löst ein plötzlicher Haarausfall viele Unsicherheiten aus. Ein Haarausfall kann auch neugierige und teilweise unangenehme Reaktionen von Seiten anderer Leute auslösen. Betroffene Kinder und deren Eltern müssen lernen mit ihrem neuen Erscheinungsbild und den damit zusammenhängenden sozialen Reaktionen umzugehen.

Bei hohem Leidensdruck kann auch eine psychologische Beratung und Begleitung der Kinder und ihrer Familien sinnvoll sein.

Im Jugend- und Erwachsenenalter erleben viele Betroffene, Perücken und eine Beratung für ein gutes Make-up als grosse Hilfe. Ob jemand eine Perücke tragen möchte oder nicht ist eine sehr persönliche Entscheidung. Manche erleben eine Perücke als unterstützend, andere bevorzugen Kopftücher und andere wiederum fühlen sich ohne Kopfbedeckung am wohlsten.

 

(Text: A. Smith, Oberärtzin, Dermatologie, Kinderspital Zürich)

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Erfahrungsberichte

Betroffenen-Gruppen

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