Psoriasis (Schuppenflechte)

Was ist Psoriasis?

Bei der Psoriasis (=Schuppenflechte) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche, erblich bedingte Hauterkrankung. Häufig sind auch andere Familienmitglieder betroffen. In den letzten Jahren konnten verschiedene Gene identifiziert werden, die für die Entstehung der Hautveränderungen verantwortlich sind. Es entstehen rote Herde mit einer dicken, festanhaftenden Schuppung, die häufig auch jucken können. Etwa ein Drittel der Patienten hat erstmals Symptome im Kindesalter.

Was sind die Auslöser von Psoriasis?

Das Auftreten der Psoriasis beruht auf einer genetisch bedingten Veranlagung. Familiär kann die Psoriasis gehäuft auftreten, es handelt sich aber nicht um eine klassische Erbkrankheit. Zusätzlich können folgende Faktoren Schübe auslösen:
•    Infektionen (insbesondere durch Streptokokken, aber auch Viren- und Pilzinfektionen)
•    Gewisse Medikamente
•    Stress
•    Hautverletzungen

Wie wird die Diagnose gestellt?

In den meisten Fällen reicht eine gründliche klinische Untersuchung aus. Sind die Hautveränderungen nicht ganz typisch, muss gelegentlich eine kleine Hautprobe entnommen werden, die dann mikroskopisch untersucht wird und die Diagnose bestätigen kann.

Welche unterschiedliche Formen von Psoriasis gibt es?

Die häufigste Form ist die Plaque-Psoriasis, bei der insbesondere über den Knien und Ellenbogen, aber auch sonst am Körper grossflächige rote, schuppige Hautveränderungen entstehen.
Eine weitere häufige Form im Kindesalter ist die sogenannte Psoriasis Guttata. Es entstehen viele kleine, tropfenförmige Herde am gesamten Körper. Diese Form wird oft durch Infektionen, insbesondere Rachen- oder Mandelentzündungen ausgelöst.
Auch können die Kopfhaut, Achselhöhlen, Leisten, Bauchnabel und die Gesässfalte entweder ausschliesslich (Psoriasis Inversa) oder mitbetroffen sein. Hände und Fusssohlen können ebenfalls erkranken, hier entstehen oft zusätzlich kleine eitergefüllte Bläschen (Psoriasis Pustulosa Palmoplantaris).
Bei wenigen Kindern sind neben der Haut auch die Gelenke mitbetroffen (Psoriasis-Arthritis). Es entsteht eine Gelenksentzündung, die zu Schmerzen führt und die Gelenke dauerhaft schädigen kann.

Ist die Psoriasis ansteckend oder gefährlich?

Nein, die Psoriasis ist keine bedrohliche und auch keine ansteckende Erkrankung. Die meisten Patienten leiden aber aufgrund der optisch störenden, juckenden und schuppenden Hautveränderungen. Aus ärztlicher Sicht können alle Freizeit- und Sportaktivitäten meist ohne jegliche Einschränkung ausgeübt werden. Es gibt Hinweise dafür, dass die Psoriasis in chronischer Ausprägung langfristig mit einem erhöhten Risiko für gewisse Zusatzerkrankungen einhergehen kann (sog. Metabolisches Syndrom)

Wie wird die Psoriasis behandelt?

Sind nur wenige Körperareale betroffen, reichen häufig äusserliche Massnahmen aus. Es stehen Salben mit verschiedenen Wirkstoffen zur Verfügung, die zum einen die Entzündung (Kortison), die vermehrten Schuppen (Salicylsäure/ Harnstoff)  und den vermehrten Umsatz der Haut (Vitamin D Analoga/ Dithranol) beeinflussen können. Zusätzlich kann auch eine Lichtbehandlung (Schmalband-UVB-Licht) helfen (relativ aufwendig, bei Kindern meist erst im Alter > 6-8 Jahren). Bei stärkerer Krankheitsausprägung kommt eine Therapie in Form von Tabletten oder Spritzen in Frage. Einerseits sind dies antientzündliche Standardmedikamente (Methotrexat, Fumarsäure, Retinoide, Cyclosporin), die schon seit Jahrzehnten zur Behandlung eingesetzt werden. Andererseits stehen heute neuere zielgerichtete teurere Medikamente, sog. Biologicals, zur Verfügung. Der Einsatz des jeweiligen Präparates ist individuell abzuwägen.

Links

  • Schweizerische Psoriasis und Vitiligo Gesellschaft: www.spvg.ch 

 

 

(Text: Dr. med. Carina Butzmann, Dermatologie, Kinderspital Zürich)