«Hoch hinaus mit Leni»: Ein Kinderbuch über Vielfalt, Zugehörigkeit und Inklusion

Das Buch «Hoch hinaus mit Leni» verbindet eine Bildergeschichte mit psychologisch fundierten Informationen und praxisnahen Übungen zu den Themen Diversität und Inklusion. Es richtet sich an Kinder ab Kindergartenalter sowie an Eltern, Lehrpersonen und weitere Bezugspersonen.

Drei Teile – eine gemeinsame Botschaft

Erster Teil: Bildergeschichte «Leni»

Am Anfang des Buches steht die Geschichte des Pinguins Leni, der deutlich längere Flossen hat als die anderen Pinguine. Dadurch fällt ihm das Schwimmen schwer, und er erlebt immer wieder Frustration. Auf der Suche nach seinem Platz in der Pinguinkolonie erkennt Leni jedoch, dass alle Pinguine einzigartig sind – mit individuellen Stärken und Herausforderungen sowie vielen Gemeinsamkeiten.

 

Die Geschichte vermittelt Kindern auf altersgerechte Weise, dass individuelle Unterschiede selbstverständlich sind und gemeinsames Zusammenleben bereichern.

 

Zweiter Teil: Informationen und Übungen zu Diversität und Inklusion

Im zweiten Teil werden zentrale Themen rund um Vielfalt, Zugehörigkeit und respektvollen Umgang kindgerecht aufgegriffen. Kinder erfahren, was Diversität und Inklusion bedeuten, und werden dazu angeregt, darüber nachzudenken, was Menschen hilft, sich in einer Gruppe willkommen und angenommen zu fühlen.

 

Die Übungen im Buch sollen Kinder und Erwachsene unterstützen, miteinander über Vielfalt und Inklusion zu sprechen. Sie helfen, andere besser zu verstehen und sich in sie hineinzuversetzen und zu erkennen, wenn Menschen unfair behandelt oder ausgeschlossen werden.

 

Kindern mit sichtbaren oder unsichtbaren Besonderheiten bietet das Buch zudem konkrete Anregungen, wie sie auf Fragen oder Reaktionen ihres Umfelds eingehen können.

 

Das Buch betont die Einzigartigkeit jedes Menschen und zeigt gleichzeitig auf, dass uns oft mehr verbindet als unterscheidet – etwa die Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Freundschaft und Sicherheit.

 

Dritter Teil: Informationen für Eltern, Lehrpersonen und weitere Bezugspersonen

Der dritte Teil richtet sich an Erwachsene und bietet Anregungen dazu, wie Kinder dabei unterstützt werden können, Vielfalt wertzuschätzen und Unterschieden offen und respektvoll zu begegnen.

 

Kinder lernen wesentlich über ihr Umfeld, wie Unterschiede eingeordnet und bewertet werden. Dabei wird die wichtige Vorbildfunktion von Erwachsenen hervorgehoben: Die eigene Haltung sowie die Sprache im Umgang mit Besonderheiten prägen die Wahrnehmung und Einstellungen von Kindern nachhaltig. Je selbstverständlicher, gelassener und offener Erwachsene mit Besonderheiten umgehen, desto leichter fällt dies in der Regel auch Kindern.

 

Ergänzende Informationen zu den Übungen bieten Anregungen dazu, wie die Inhalte in Gruppensettings – beispielsweise im Klassenkontext – aufgegriffen und gemeinsam bearbeitet werden können.

 

Entstehung des Buches

Die Geschichte von Leni wurde von Sarah Aeschlimann, Psychologin, gemeinsam mit ihrem Partner Adrian Wullschleger, entwickelt und illustriert.

 

Die Inhalte zu Diversität und Inklusion im zweiten und dritten Teil wurden massgeblich von Ornella Masnari und Lieve Romanino – Fachpsychologinnen und Psychotherapeutinnen am Universitäts-Kinderspital Zürich – mitentwickelt.

 

In ihrer täglichen Arbeit am Universitäts-Kinderspital Zürich begleiten Ornella Masnari und Lieve Romanino Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Erkrankungen, Behinderungen und Besonderheiten. Dabei erleben sie, wie stark das soziale Umfeld das Selbstbild und Zugehörigkeitsgefühl eines Kindes beeinflusst.  Ihre Erfahrung zeigt: Kinder nehmen Unterschiede früh wahr, bewerten diese jedoch nicht automatisch auf eine bestimmte Art und Weise. Wie Vielfalt verstanden und eingeordnet wird, lernen Kinder wesentlich durch ihr Umfeld.

 

Genau hier setzt «Hoch hinaus mit Leni» an. Das Buch möchte bewusst nicht ein einzelnes Wesen oder Kind als «anders» oder «besonders» hervorheben, denn das kann ungewollt wieder ausgrenzen. Stattdessen vermittelt es die Botschaft, dass jedes Wesen besonders und einzigartig ist und gleichzeitig grundlegende Gemeinsamkeiten mit anderen teilt.

 

Diversität und Inklusion als gemeinsame Verantwortung

Das Buch richtet sich an alle Kinder, denn Diversität und Inklusion betreffen uns alle. Es ermutigt Kinder, aktiv zu einem respektvollen und unterstützenden Miteinander beizutragen. Dabei wird auch das sogenannte Ally-Konzept aufgegriffen. Der Begriff «Ally» bedeutet im Englischen «Verbündete*r» und beschreibt Menschen, die sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen – auch wenn sie selbst nicht direkt betroffen sind. Bereits Vorschulkinder können nachvollziehen, was Zugehörigkeit bedeutet und wie sich Ausschluss anfühlt. Das Buch regt Kinder dazu an, sich Fragen zu stellen wie:

  • Was kann ich tun, damit sich in meiner Klasse alle wohlfühlen?
  • Wie reagiere ich, wenn jemand ausgeschlossen oder ausgelacht wird?

Dadurch erfahren Kinder, dass sie selbst einen positiven Beitrag leisten können. Dies stärkt Empathie, Zusammenhalt und das Selbstbewusstsein aller Beteiligten.

 

Zentrale Botschaften des Buches

«Hoch hinaus mit Leni» vermittelt klare und zugleich einfache Botschaften:

  • Wir sind alle einzigartig und das ist gut so.
  • Wir unterscheiden uns in vielen Dingen und doch verbindet uns mehr als uns unterscheidet.
  • Vielfalt ist ein natürlicher Teil unseres Zusammenlebens – und wir alle können dazu beitragen, dass sich Menschen zugehörig und angenommen fühlen.

Das Buch sensibilisiert für Diskriminierung, stärkt eine Kultur der Anerkennung und zeigt Kindern wie Erwachsenen, dass Unterschiede bereichernd sein können.

 


Alle Abbildungen stammen von Sara Aeschlimann und sind dem Buch „Hoch hinaus mit Leni“ entnommen.

Text: Ornella Masnari & Lieve Romanino

 

 

Weiterführende Informationen

 

 

Reel „Hoch hinaus mit Leni“ erstellt von Hogrefe Verlag

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