Debi

„Mein Lymphi gehört zu mir.“– Debi (13 Jahre alt) erzählt uns ihre Erfahrungen im Umgang mit Ihrem Lymphangiom.

 

Quer durch Debis Zimmer hängen aufgeleint an einer Schnur unzählige Stofftiere. Es ist ihre Sammlung aus dem Spital. „Für jede Spritze, durfte ich mir ein Stofftier aussuchen und mir gleichzeitig etwas wünschen“, erklärt die heute 13-Jährige mit den langen blonden Haaren. Mit sechs Jahren hat man Debi unter dem Arm ein grosses Lymphangiom entfernt. Dazu wurden ihr am Rücken unter der Haut zwei Expander  eingepflanzt, die über mehrere Wochen mit Flüssigkeit gefüllt wurden, um Haut für die Hautverschiebung zu gewinnen. An den 3-monatigen Spitalaufenthalt von damals erinnert sie sich heute nicht mehr so gut. Das Spitalbuch mit Fotos, Stundenplänen und Zeichnungen von ihren Kolleginnen hat Debi bis heute in ihrem Schrank in einer Kiste mit anderen Erinnerungen an den Spital aufbewahrt. Auch an die weiteren Aufenthalte und Kontrollen denkt sie gerne zurück. „Eigentlich bin ich immer gerne gegangen.“

 

Angesprochen auf ihr „Lymphi“ und den Umgang damit im Alltag erzählt Debi, dass sie vor allem früher und manchmal auch heute noch in der Badi oder Umkleidekabine gefragt werde, was das sei. „Ich sage ihnen dann, dass es mein „Lymphi“ ist und dann ist gut.“ Debi hat ihr „Lymphi“ nie versteckt oder deswegen gar aufs Schwimmbad verzichtet. Im Sommer trägt der Teenager mit dem ansteckenden Lachen am liebsten kurze Kleider. Manchmal muss sie ihre Mutter allerdings ermahnen, etwas Längeres zu tragen, weil zu viel Sonne nicht so gut für ihre Narben ist. Um die Pflege der Narben kümmert sich Debi unterdessen selber. „Ich muss einfach immer nach dem Duschen alles schön eincrèmen, damit die Narben nicht austrocknen.“

 

Der natürliche Umgang mit ihrem „Lymphi“ und die positive Art von Debi sind ansteckend. Sie betont auch, dass es immer hilft, wenn man selber positiv ist. Ausserdem kann sie sich auf die Unterstützung ihrer Familie und ihrer Kolleginnen verlassen. Mit einer von diesen Kolleginnen stehen diesen Sommer Badeferien am Comersee bevor – auf die freut sie sich natürlich.

 

Seit ihrem Spitalaufenthalt hat Debi auch klare Zukunftspläne: Sie möchte nach der Oberstufe eine Lehre als Krankenpflegerin machen und zwar am Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie im Kinderspital Zürich, wo auch sie behandelt wurde und wird.

(Text: Noemi Landolt; Fotos: Valérie Jaquet)

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