Verbrennungen

Als thermische Verletzung wird eine Schädigung des Gewebes durch Hitzeeinwirkung bezeichnet. Es kann sich dabei um eine Verbrennung (Flamme), eine Verbrühung (Flüssigkeit), eine Kontaktverbrennung (Berühren heisser Gegenstände) oder ein Elektrotrauma (Unfall mit Stromeinfluss) handeln. Oft wird allerdings das Wort „Verbrennung“ als Oberbegriff im Sinne von thermischen Verletzungen verwendet.

 

Thermische Verletzungen nehmen in der Gesamtstatistik kindlicher Unfälle einen vorderen Platz ein. Mehr als die Hälfte der brandverletzten Kinder sind Kleinkinder im Alter von 0-3 Jahren. In dieser Altersgruppe ereignet sich der Unfall fast immer in der häuslichen Umgebung und im Beisein von Eltern oder Bezugspersonen. Bei 60-85% handelt es sich um Verbrühungen mit heissen Flüssigkeiten, verursacht z.B. durch umstürzende Tassen und Kannen mit heissem Tee, durch Herabziehen von Wasserkochern am in Reichweite des Kindes hängenden Kabel oder durch das Übergiessen der heissen Flüssigkeit beim Inhalieren. Eine einzige Tasse mit heissem Tee kann bei einem Kleinkind eine lebensgefährliche Verbrennung von 10-20% der Körperfläche verursachen. Bei Kleinkindern sind auch Kontaktverbrennungen der Hände häufig, verursacht z.B. durch Berühren heisser Backofentüren, Herdplatten oder Bügeleisen.

 

Bei Schulkinder stehen Verbrennungen durch Spiel mit Feuer, unsachgemässen Gebrauch von Brandbeschleunigern und Feuerwerkskörper im Vordergrund. Jedes Jahr entstehen Grill-Unfälle indem jemand Spiritus auf die Glut giesst und es dadurch zu einer Stichflamme kommt.

 

Die Schädigung der Haut wird nach Verletzungstiefe und -ausdehnung beurteilt.

Die Einteilung der Tiefe einer Verbrennung

  • Verbrennung ersten Grades (I°):

    Wie bei einem Sonnenbrand ist die Haut stark gerötet, ohne dass sich Blasen bilden. Es ist nur die oberste Hautschicht, die so genannte Epidermis, betroffen. Die Schädigung heilt ohne Operation ab und es bleiben keine Narben zurück.

  • Verbrennung zweiten Grades (II°):

    Zweitgradige Verbrennungen gehen mit einer Blasenbildung einher. Dabei sind die Oberhaut (Epidermis) und die Lederhaut (Dermis) betroffen. Die Verbrennungen II° werden in zwei Schweregrade unterteilt: Bei einer oberflächlicheren zweitgradigen Verbrennung (II a°) kommt es meist innerhalb von 2 Wochen zu einer vollständigen Abheilung ohne Narben. Eine tiefere Verbrennung zweiten Grades (II b°) mit tiefer Beeilung der Lederhaut hingegen heilt meist nur über einen sehr langen Zeitraum und hinterlässt häufig Narben. In vielen Fällen ist eine operative Behandlung notwendig. Ob es sich um eine oberflächliche oder eine tiefe II°-Verletzung handelt, kann man häufig erst 7-10 Tagen nach dem Unfall feststellen.

  • Verbrennung dritten Grades (III°)

    Bei drittgradigen Verbrennungen sind alle Hautschichten betroffen. Diese Verletzungen sind weniger schmerzhaft, weil auch die Nerven beschädigt sind. Die Schädigung ist so tief, dass immer eine operative Behandlung notwendig ist.

Der Schweregrad der Verletzung ist häufig nicht unmittelbar nach dem Unfall, sondern erst nach einigen Tagen erkennen. Meistens treten bei einem Patienten mehrere Tiefen parallel mit fliessendem Übergang auf. Am Kinderspital Zürich steht mit der Laser-Doppler-Methode eine innovative Technik zur Verfügung, die es erlaubt meist schon nach 3-5 Tagen nach der Verbrennung eine objektive Bestimmung der Tiefe der Verletzung durchzuführen.

Die Berechnung der Ausdehnung einer Verbrennung

Die Einteilung der Verletzungsausdehnung wird durch die prozentuale Berechnung der geschädigten Haut in Bezug auf die gesamte Körperfläche festgestellt. Bei einer Beteilung von 10% Körperoberfläche oder mehr, sprechen wir von einer schweren thermischen Verletzung. Bei einer schweren thermischen Verletzung kommt es immer zu einer so gennanten „Verbrennungskrankheit“. Damit bezeichnen wir die Reaktion des gesamten Körpers auf die Verbrühung oder Verbrennung. Durch die Schädigung der Haut verliert der Körper Flüssigkeit, Salze und Eiweisse. Der Organismus reagiert mit hohem Fieber und meistens mit Anschwellen auch nicht verletzter Körperteile. Je ausgedehnter die Verbrennung und je kleiner das Kind ist, desto stärker zeigt sich die Verbrennungskrankheit.

Anteil der verbrannten Körperoberfläche in % der Gesamtkörperoberfläche

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